— REISETIPPS · KRAKAU
Krakau in 3 Tagen: Die ideale Route für alle, die die Stadt wirklich verstehen wollen
Drei Tage reichen völlig aus, um die historische Altstadt zu erkunden, das alte jüdische Viertel zu entdecken und in die Tiefen des Salzbergwerks hinabzusteigen. Wenn du allerdings nicht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzen willst, musst du die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau bei diesem Zeitfenster auslassen.
Von Sophie Dorval, Mitteleuropa-Spezialistin · September 9, 2026 · 9 Min. Lesezeit
Krakau gliedert sich in sehr unterschiedliche Stadtkerne – ein Erbe aus der Zeit, als Kazimierz und Podgórze noch eigenständige Städte waren. Die goldene Regel lautet daher: Plane deine Besichtigungen strikt nach Vierteln, um alles bequem zu Fuß zu erreichen. Zudem arbeiten die meisten staatlichen Museen seit der Pandemie mit strengen Besucherbegrenzungen.
Ein Tipp, bevor du losziehst: Um diese Route ganz selbstständig zu verfolgen – in deinem eigenen Tempo, ohne für jede Sehenswürdigkeit eine Führung zu buchen – nimm eine Audioguide-App mit. Du schaltest die ganze Stadt auf einen Schlag frei, und die Erzählung zu jedem Bauwerk startet automatisch, sobald du davorstehst. Genau das bietet CityGuide in Krakau.
Sichere dir deine Tickets für Schindlers Fabrik, das Salzbergwerk und die königlichen Gemächer auf dem Wawel mindestens zwei Wochen im Voraus.
Tag 1
Die Altstadt und der Burgberg
Der mittelalterliche Befestigungsring vom Floriantor bis zu den Gräbern der polnischen Könige.
Beginne auf dem Hauptmarkt (Rynek Główny), dem mit 200 Metern Seitenlänge größten mittelalterlichen Platz Europas. In seiner Mitte beherbergen die Tuchhallen (Sukiennice) im Erdgeschoss zahlreiche Verkaufsstände; die Galerie der polnischen Kunst des 19. Jahrhunderts im Obergeschoss wird dagegen oft übersehen, obwohl der Eintritt dienstags kostenlos ist.
Tritt ein in die Marienbasilika. Der berühmte Hochaltar von Veit Stoß, im 15. Jahrhundert aus Lindenholz geschnitzt, wird täglich am späten Vormittag feierlich geöffnet. Kaufe dein Ticket an der Kasse direkt gegenüber dem Seiteneingang.
Spaziere durch den Planty-Park, einen grünen Gürtel, der im 19. Jahrhundert auf dem Areal der von den Österreichern geschleiften Stadtmauer angelegt wurde. Kehre für traditionelle Piroggen in einer Milchbar (bar mleczny) wie der Bar Tomasza ein, wo ganz unkompliziert an der Theke bestellt wird.
Steige hinauf zum Wawel-Hügel. Der Zugang zu den Außenhöfen ist frei, doch für die königlichen Repräsentationsräume oder die Kronkammer benötigst du ein Zeitfensterticket, das vor Ort am selben Tag meist ausverkauft ist. In der Kathedrale befindet sich die 1520 gegossene Sigismund-Glocke mit einem Gewicht von fast 13 Tonnen.
Tag 2
Jüdisches Erbe und das Getto
Das im 14. Jahrhundert gegründete Kazimierz und das Viertel Podgórze auf der anderen Seite der Weichsel.
Erkunde Kazimierz und starte in der Szeroka-Straße, an deren Ende die Alte Synagoge thront. Über den Eingang der Remuh-Synagoge erreichst du den angrenzenden Renaissance-Friedhof, der samstags am Schabbat geschlossen bleibt.
Gehe hinüber zum Plac Nowy. Im zentralen Rundbau, dem Okrąglak, verkaufen kleine Buden frisch überbackene Zapiekanki – Baguettehälften mit Champignons und geschmolzenem Käse direkt aus dem Ofen.
Überquere die Weichsel über den Bernatek-Steg nach Podgórze. Auf dem Platz der Gettohelden erinnern zahlreiche Bronzestühle an den Hausrat, den die jüdische Bevölkerung bei den Deportationen 1942 und 1943 zurücklassen musste. Nutze die Erläuterungen im Audioguide, um die Topografie dieses abgeriegelten Areals zu verstehen.
Mache dich auf den Weg zu Oskar Schindlers Emaillefabrik in der Lipowa-Straße. Hier erwartet dich kein Museum über die Fabrik selbst, sondern eine chronologische Ausstellung über Krakau unter der Nazi-Besatzung von 1939 bis 1945. Eine Online-Reservierung ist zwingend erforderlich, da die Einlasskapazitäten streng limitiert sind.
Vor Ort lässt du dich einfach führen
Der CityGuide-Audioguide für Krakau startet von selbst an jeder Station deiner Route.
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30 Tage Geld-zurück-Garantie
Tag 3
In den Tiefen der Erde
Eine Reise hinab in die seit dem 13. Jahrhundert genutzten Salzstollen vor den Toren der Stadt.
Nimm am Hauptbahnhof Kraków Główny die Regionalbahn der Koleje Małopolskie bis zur Station Wieliczka Rynek-Kopalnia. Die Fahrt ist direkt und äußerst preiswert.
Steige hinab in das Salzbergwerk Wieliczka. Die klassische Touristenroute führt über mehrere hundert Holzstufen am Stück hinunter zur ersten Sohle in 64 Metern Tiefe. Da es unter Tage ganzjährig kühl bleibt, solltest du unbedingt eine Jacke mitnehmen.
Die vollständig aus dem Salz gehauene Kingakapelle in 101 Metern Tiefe markiert das Highlight des ersten Tourabschnitts. Die unterirdische Anlage verfügt über ein eigenes Restaurant, in dem du dich stärken kannst, bevor es mit dem Förderkorb wieder nach oben geht.
Zurück im Zentrum Krakaus beschließt du deine Reise am Collegium Maius, dem ältesten Gebäude der Jagiellonen-Universität aus dem 14. Jahrhundert. Hier studierte einst Nikolaus Kopernikus; die Uhr im Innenhof setzt sich zu festen Stunden mit Holzfiguren in Bewegung.
6 praktische Tipps für Krakau
- Fahrkarten für die Straßenbahn kaufst du an den Automaten im Fahrzeug. Beachte jedoch, dass die meisten Geräte nur kontaktlose Kartenzahlung oder passendes Kleingeld akzeptieren.
- Montags bleiben die meisten staatlichen Museen geschlossen, darunter auch Schindlers Fabrik und die Innenräume des Wawel.
- Die Wechselstuben (Kantor) in der Floriańska-Straße verlangen massive Gebühren; weiche lieber auf die Sławkowska-Straße aus oder nutze eine gebührenfreie Reisekreditkarte.
- Wenn du das Salzbergwerk Wieliczka auf Deutsch erleben möchtest, musst du die klassische Touristenroute buchen; die abenteuerliche Bergbauroute wird meist nur auf Polnisch und Englisch angeboten.
- Der Zugang zum Gelände des ehemaligen Lagers Plaszow ist kostenlos und rund um die Uhr möglich, da es heute ein frei zugänglicher, nicht eingezäunter Park ist – ganz anders als Auschwitz.
- Suche nicht nach einer U-Bahn, denn Krakau besitzt keine. Der öffentliche Nahverkehr stützt sich auf ein dichtes Straßenbahnnetz, das von frühmorgens bis spätabends verkehrt.
Der historische Kontext verändert alles
Wer durch die Gassen von Kazimierz oder über den Hauptmarkt schlendert, ohne die historischen Schichten zu kennen, verpasst das Wesentliche. Die Gedenktafeln und stummen Fassaden erschließen sich erst durch fundiertes Hintergrundwissen, das Polens komplexe Vergangenheit greifbar macht.
Genau hier kommt eine Audioguide-App wie CityGuide ins Spiel: Sie erkennt, wo du dich befindest, und startet die Erzählung zum jeweiligen Ort im richtigen Moment, während du von einer Station zur nächsten läufst – Hände und Augen frei, sogar offline. So folgst du deiner Route, ohne jemals im Dunkeln zu tappen.
— Häufig gestellte Fragen
Häufig gestellte Fragen zu einer Reise nach Krakau
Für die Stadt selbst und das Salzbergwerk Wieliczka reichen drei Tage absolut aus. Wenn du die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besuchen möchtest, solltest du einen vierten Tag einplanen, da dieser Ausflug einen guten halben Tag in Anspruch nimmt.
Ein Essen in einer Milchbar kostet nur wenige Euro, während traditionelle Restaurants etwas mehr, aber immer noch sehr faire Preise verlangen. Für den Eintritt in die großen Museen solltest du jeweils einige Dutzend Złoty einplanen.
Die Regionalbahn SKA1 verbindet den Flughafen Krakau-Balice in regelmäßigen Abständen direkt mit dem Hauptbahnhof Kraków Główny. Fahrkarten erhältst du unkompliziert am Automaten auf dem Bahnsteig oder direkt beim Zugbegleiter.
Die Monate Mai, Juni und September bieten angenehm milde Temperaturen und eignen sich ideal für lange Erkundungstouren zu Fuß. Im Winter sinken die Temperaturen häufig unter den Gefrierpunkt, und durch Kohleheizungen kann es im Januar zu spürbarem Smog kommen.
Für Schindlers Fabrik, das Salzbergwerk Wieliczka und die Repräsentationsräume auf dem Wawel ist das unerlässlich, da die Termine oft Tage vorher ausgebucht sind. In Kirchen und Synagogen zahlt man den Eintritt hingegen meist spontan vor Ort in bar.
Das Nachtleben spielt sich vor allem im Viertel Kazimierz rund um die Straßen Estery und Józefa ab. Das legendäre Lokal Alchemia mit seinen alten Holzmöbeln und Kerzenlicht ist eine echte Institution, in der das einheimische Bier noch sehr günstig zu haben ist.
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Lass dir die Geschichte der Stadt nicht entgehen
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