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Praktischer Leitfaden

Die Reise nach London optimal vorbereiten

Der Brexit hat die Einreisebestimmungen verändert und die Inflation spürbare Spuren im Budget hinterlassen. Die Planung eines Wochenendtrips oder einer ganzen Woche in der britischen Hauptstadt erfordert Voraussicht, gültige Dokumente und ein gezieltes Reservieren.

Großbritannien-Spezialistin · September 10, 2026 · 9 Min. Lesezeit

Blick auf die Themse und die Tower Bridge unter einem bewölkten Himmel

Für die Einreise in das Vereinigte Königreich reicht der Personalausweis nicht mehr aus. Du benötigst einen gültigen Reisepass. Die britische Regierung führt zudem schrittweise eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA) für europäische Staatsbürger ein. Prüfe auf der offiziellen Website des Home Office, ob diese für deinen Reisezeitraum bereits verpflichtend ist.

Das Londoner Nahverkehrsnetz (TfL) basiert auf kontaktlosem Bezahlen. Du musst keine physische Oyster Card mehr kaufen, wenn du eine passende Bankkarte oder ein Smartphone mit Apple Pay bzw. Google Pay nutzt. Das System deckelt deine täglichen Fahrtkosten automatisch, was deine Ausgaben in den Zonen 1 und 2 im Rahmen hält.

Rechtzeitige Reservierungen sind das A und O. Selbst staatliche Museen mit freiem Eintritt wie das British Museum oder die National Gallery verlangen inzwischen die Online-Buchung eines Zeitfensters für den Einlass. Bei Unterkünften steigen die Preise in zentralen Vierteln wie Soho oder Covent Garden rasant an: Halte lieber entlang der Elizabeth Line nach Hotels Ausschau, etwa bei Paddington oder Whitechapel, um Kosten zu sparen.

Vor der Abreise zu erledigen

Reisepass und Genehmigung (ETA)

Ein Reisepass ist zwingend erforderlich. Die elektronische Einreisegenehmigung ETA (Electronic Travel Authorisation) wird derzeit für EU-Bürger ausgerollt. Der Antrag erfolgt digital über die Smartphone-App 'UK ETA'. Informiere dich vor der Ticketbuchung über den genauen Starttermin.

Bankgebühren und Britische Pfund

Im Vereinigten Königreich zahlst du mit dem Britischen Pfund (GBP). Die meisten Beträge werden bargeldlos beglichen, selbst der einfache Espresso. Kläre mit deiner Hausbank ab, welche Fremdwährungsgebühren anfallen, und nutze gegebenenfalls Anbieter wie Revolut oder N26, um Transaktionsgebühren zu umgehen.

Steckdosenadapter (Typ G)

Britische Steckdosen nutzen drei rechteckige Kontakte. Herkömmliche Euro- oder Schukostecker passen dort nicht hinein. Packe daher unbedingt einen Typ-G-Reiseadapter ein, oder kaufe ihn notfalls am Bahnhof St Pancras, wo er allerdings deutlich teurer ist.

Mobilfunktarif und Roaming

Seit dem Brexit sind europäische Mobilfunkanbieter nicht mehr dazu verpflichtet, kostenloses Roaming in Großbritannien anzubieten. Viele Provider führen das Vereinigte Königreich weiterhin in ihren Tarifen, doch einige Discounter erheben Zusatzgebühren. Ein kurzer Blick in deine Vertragsbedingungen schafft Klarheit.

Auslandskrankenversicherung

Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) wird in Großbritannien bei Notfallbehandlungen in NHS-Krankenhäusern weiterhin anerkannt. Eine zusätzliche Reisekrankenversicherung empfiehlt sich dennoch, um die Kosten für einen eventuellen Krankenrücktransport oder teure Behandlungen in Privatkliniken abzudecken.

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Wann ist die beste Reisezeit für London?

Das britische Wetter ist wechselhaft, die Saisonzeiten und Besucherströme bestimmen jedoch maßgeblich das Preisniveau.

Frühling (März bis Mai)

Parks wie Kew Gardens oder Regent's Park stehen in voller Blüte. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 11 und 16 Grad. Rund um die Osterferien im April steigen die Hotelpreise spürbar an.

Sommer (Juni bis August)

Dies ist die Hauptreisezeit. Der Buckingham Palace öffnet seine Prunkräume für Besucher. Die Temperaturen sind oft hoch, und in der U-Bahn kann es stickig werden (die Central Line ist nicht klimatisiert). Übernachtungspreise erreichen ihren Jahreshöchststand.

Herbst (September bis November)

Die Theatersaison im West End startet durch. Nach der Zeitumstellung Ende Oktober werden die Tage schnell kürzer. In dieser Übergangsphase lassen sich unter der Woche oft günstigere Flüge und Zugtickets finden.

Winter (Dezember bis Februar)

Die Lichterdekoration in der Carnaby Street und das Event Winter Wonderland im Hyde Park locken im Dezember viele Reisende an. Januar und Februar sind kühl und feucht, bieten dafür aber die niedrigsten Übernachtungspreise des gesamten Jahres.

Das Reisebudget planen

London gehört zu den teuersten Städten Europas. Vor allem Übernachtungen schlagen spürbar zu Buche.

Unterkunft

Eine Nacht im Standardhotel in den Zonen 1 oder 2 erfordert ein solides Budget. Hostels sind die günstigste Alternative, während Ferienwohnungen oft erhebliche Reinigungsgebühren aufschlagen.

Verpflegung

Ketten wie Pret A Manger oder Leon bieten schnelle, warme Snacks zum fairen Preis. Ein Pub-Abendessen mit Pint und 'Fish and Chips' liegt preislich im Mittelfeld, während Restaurants im Viertel Mayfair das Budget sprengen können.

Nahverkehr

Fahrten mit der U-Bahn (Tube) werden nach durchfahrenen Zonen abgerechnet. Bleibst du in den Zonen 1 und 2, profitierst du von einem täglichen Ausgabenlimit (Daily Cap) auf deiner Zahlungskarte. Die roten Doppeldeckerbusse sind pro Einzelfahrt günstiger als die U-Bahn.

Sehenswürdigkeiten

Die Dauerausstellungen der staatlichen Museen (Tate Modern, Science Museum) sind kostenlos zugänglich. Für privat geführte Attraktionen wie das London Eye, den Tower of London oder Westminster Abbey werden hingegen recht hohe Eintrittsgelder fällig.

Vor Ort: Verhaltensregeln und Orientierung

Unterwegs in der Tube

Das Londoner U-Bahn-Netz ist riesig. Auf den Rolltreppen gilt strikt: Rechts stehen, links gehen, um Eiligen den Vortritt zu lassen. Diese ungeschriebene Regel wird von den Locals sehr genau genommen.

Servicegebühr im Restaurant

Auf der Rechnung wird fast immer eine 'Service Charge' von rund 12,5 % ausgewiesen. Ein zusätzliches Trinkgeld auf dem Tisch ist nicht notwendig, es sei denn, der Service war herausragend oder auf der Rechnung steht 'service not included'.

Straßen überqueren

In Großbritannien herrscht Linksverkehr. An vielen Fußgängerüberwegen weisen Schriftzüge wie 'Look Right' oder 'Look Left' auf dem Asphalt auf die Blickrichtung hin. Achte zudem auf schnelle Radfahrer auf den ausgewiesenen Spuren, vor allem entlang Blackfriars oder am Embankment.

Öffnungszeiten der Pubs

Gegen 22:30 oder 23:00 Uhr ertönt traditionell eine Glocke für die letzte Runde ('last orders'). Die meisten Pubs schließen um 23:00 Uhr oder Mitternacht. Wer länger ausgehen möchte, weicht auf Clubs in Shoreditch oder Soho aus.

Sicherheit und Notrufnummern

London wird intensiv per Video überwacht (CCTV). Die örtliche Notrufnummer lautet 999 (oder europaweit 112). Sei wachsam gegenüber Taschendieben auf Fahrrädern, die vor allem im Viertel Westminster Fußgängern unbemerkt Smartphones aus der Hand reißen.

Wichtige Vorab-Reservierungen

Verlasse dich bei beliebten Londoner Sehenswürdigkeiten nicht auf spontane Besuche.

  • Kostenlose Museen erfordern ein vorab gebuchtes Online-Zeitfenster, um die Besucherzahlen zu regulieren.

  • Beim Eurostar-Zug können sich die Ticketpreise verdreifachen, wenn du erst in der Woche vor der Abreise buchst.

  • Musicals im West End sind regelmäßig ausverkauft; sichere dir deine Plätze Monate im Voraus über offizielle Vorverkaufsstellen.

  • Der Besuch der Harry-Potter-Studios (Warner Bros.) in Watford sollte mehrere Monate im Voraus reserviert werden, da die Termine schnell vergriffen sind.

  • Die traditionsreiche Schlüsselzeremonie (Ceremony of the Keys) im Tower of London ist kostenlos, erfordert jedoch eine Online-Anmeldung bei den Historic Royal Palaces fast ein ganzes Jahr im Voraus.

Möglichkeiten für die Besichtigung

Unterschiedliche Wege, die Metropole zu erkunden – je nachdem, wie unabhängig du unterwegs sein willst.

Klassischer gedruckter Reiseführer

Gut geeignet zum Schmökern auf der Zugfahrt und enthält wichtige Öffnungszeiten. Allerdings wiegt er im Rucksack und die Preisangaben sind durch die Inflation schnell veraltet.

Geführte Gruppentour

Ein Guide führt die Gruppe vom Trafalgar Square bis zum Buckingham Palace. Strukturiert und informativ, erfordert aber Anpassung an das Gruppentempo und feste Startzeiten.

GPS-basierter Audioguide auf dem Smartphone

Eine mobile App spielt Hintergrundinfos genau dann ab, wenn du am Globe Theatre oder der Millennium Bridge vorbeiläufst. Du bestimmst dein Tempo selbst und pausierst nach Belieben.

— Questions fréquentes

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Nein, EU-Bürger benötigen für touristische Kurzaufenthalte kein Visum. Ein gültiger Reisepass ist jedoch Pflicht, und das elektronische Genehmigungsverfahren (ETA) wird schrittweise eingeführt.

Seit Oktober 2021 wird der Personalausweis an den britischen Grenzen nicht mehr akzeptiert. Für die Einreise ist zwingend ein Reisepass erforderlich.

Die Elizabeth Line sowie die U-Bahn (Piccadilly Line) verbinden Heathrow direkt mit der Londoner Innenstadt. Der Heathrow Express fährt zwar schneller nach Paddington, ist aber deutlich teurer.

So gut wie gar nicht. In Bussen wird seit Jahren kein Bargeld mehr angenommen, und Geschäfte setzen auf kontaktlose Kartenzahlung. Etwas Kleingeld im Portemonnaie lohnt sich allenfalls für kleinere Stände auf Märkten im East End.

Wer eine kontaktlose Bankkarte ohne Auslandsgebühren besitzt, benötigt keine Oyster Card mehr. Du hältst deine Zahlungskarte oder dein Smartphone an den Drehkreuzen einfach an die gelben Lesegeräte.

Der Eintritt zu den Dauerausstellungen der großen Nationalmuseen (wie British Museum, V&A oder Natural History Museum) ist kostenfrei. Sonderausstellungen sind hingegen meist kostenpflichtig und erfordern separate Tickets.

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