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Herbstliche Städtereise

Rom zu Halloween: Zwischen Totenkult und antiken Ruinen

Ende Oktober feiert die italienische Hauptstadt traditionell keine Geister. Doch ihr Untergrund birgt Jahrhunderte an Bestattungsriten. Von den Katakomben an der Via Appia bis zu klösterlichen Grüften bietet die Stadt einen sachlichen Einblick in das römische Verhältnis zum Tod.

Italien-Spezialistin · September 10, 2026 · 9 Min. Lesezeit

Schädel und Gebeine in einer römischen Gruft unter gedämpftem Licht aufgereiht

Rom hat historisch keinerlei Verbindung zum keltischen Samhain-Fest. Allerheiligen am 1. November und Allerseelen am 2. November sind Tage katholischer Einkehr, die im 8. beziehungsweise 11. Jahrhundert eingeführt wurden.

Seit den 2000er-Jahren zieren im Zuge des kommerziellen Einflusses Kürbisse die Schaufenster in Trastevere und an der Piazza Navona. Irische Pubs und die Clubs in Testaccio veranstalten Kostümpartys rund um den 31. Oktober, die vor allem Studierende und Expats anziehen.

Der eigentliche Reiz einer Reise Ende Oktober liegt in der Erkundung des antiken und frühchristlichen Erbes. Die Via Appia und ihre Katakomben bieten echte historische Begräbnisstätten – ganz ohne aufgesetzte Gruseldeko.

Der Totenkult: Von der Antike bis zum Christentum

Das um 450 v. Chr. verfasste Zwölftafelgesetz verbot es, Leichen innerhalb der Stadtgrenze Roms – dem Pomerium – zu begraben oder zu verbrennen. Patriziergräber reihten sich daher entlang der Ausfallstraßen wie der Via Appia aneinander. Ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. gruben Christen Hunderte Kilometer unterirdischer Gänge in das vulkanische Tuffgestein, um ihre Toten beizusetzen und die heidnische Brandbestattung zu verweigern. Im 17. Jahrhundert nutzte der Kapuzinerorden schließlich die Knochen seiner Mönche, um Grüfte zu gestalten – eine visuelle Erinnerung an die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens.

Historische Grabstätten und Erinnerungsorte

Die Stadt vereint Grab- und Memorialstätten aus über zwei Jahrtausenden.

Die Via Appia und ihre Katakomben

Diese 312 v. Chr. angelegte Pflasterstraße führt an den Calixtus- und Sebastians-Katakomben vorbei, in denen mehrere Päpste des 3. Jahrhunderts bestattet wurden.

À savoir : Besichtigungen der Katakomben sind nur im Rahmen geführter Touren durch örtliche Priester oder Fachpersonal möglich; Zeitfenster müssen vorab online reserviert werden.

Die Kapuzinerkrypta

Unter der Kirche Santa Maria della Concezione zeigen sechs kleine Kapellen die sterblichen Überreste von 4.000 Kapuzinermönchen, die zwischen 1528 und 1870 verstarben.

À savoir : Fotografieren ist im Innenbereich streng untersagt, um die Würde des Ortes zu wahren.

Die Vatikanische Nekropole

Unter dem Petersdom gelegen, birgt diese römische Nekropole aus dem 1. Jahrhundert die vermutete Grabstätte des Apostels Petrus.

À savoir : Der Zugang ist auf 250 Personen pro Tag begrenzt; die Anfrage muss Monate im Voraus beim Ausgrabungsbüro des Vatikans (Ufficio Scavi) gestellt werden.

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Largo di Torre Argentina

Dieser Komplex aus vier republikanischen Tempeln umfasst die Ruinen der Kurie des Pompeius, den Schauplatz der Ermordung von Julius Cäsar im Jahr 44 v. Chr.

À savoir : Das Areal wurde kürzlich durch Stege erschlossen, die es ermöglichen, direkt auf die Ebene der Ausgrabungen hinabzugehen.

Der Nicht-katholische Friedhof in Testaccio

Im 18. Jahrhundert nahe der Cestius-Pyramide angelegt, birgt er die Ruhestätten bekannter Persönlichkeiten, darunter die englischen Dichter John Keats und Percy Bysshe Shelley.

À savoir : Der Eintritt erfolgt gegen eine empfohlene Spende für die Instandhaltung der Grabmäler.

Das Pantheon

Der ehemalige antike Tempel wurde 609 n. Chr. in eine Kirche umgewandelt und dient als Grabstätte für die ersten Könige des vereinten Italiens sowie für den 1520 verstorbenen Maler Raffael.

À savoir : Für den Zutritt ist mittlerweile eine Eintrittskarte erforderlich, und an der Piazza della Rotonda bilden sich häufig lange Warteschlangen.

Veranstaltungen Ende Oktober

Die Tage bewegen sich zwischen christlicher Tradition und modernen Freizeitangeboten.

Thematische Abendführungen

Reiseveranstalter bieten Rundgänge durch das historische Zentrum an, bei denen historische Hinrichtungen der Renaissance und alte Überlieferungen rund um den Campo de' Fiori oder die Piazza Navona im Mittelpunkt stehen.

Studentenpartys in Testaccio und Trastevere

Die Clubs im Viertel des alten Schlachthofs Testaccio und die Bars in Trastevere veranstalten am Abend des 31. Oktober Kostümpartys, die vor allem internationale Studierende der Universität La Sapienza ansprechen.

Feierlichkeiten zu Allerheiligen

Der 1. November ist in Italien ein gesetzlicher Feiertag. Der Papst spricht das Angelus-Gebet auf dem Petersplatz, und die Einheimischen besuchen Monumentalfriedhöfe wie den Campo Verano, um die Gräber ihrer Angehörigen zu schmücken.

Wetter und Besucheraufkommen im Herbst

Im Oktober herrschen in Rom meist angenehme Tagestemperaturen zwischen 15 und 22 Grad, die man vor Ort als 'ottobrate romane' bezeichnet. Gegen Monatsende nimmt die Regenwahrscheinlichkeit zu. Das Besucheraufkommen bleibt hoch, insbesondere am verlängerten Allerheiligen-Wochenende, wenn viele Reisende die europäischen Schulferien für einen Besuch des Kolosseums oder des Vatikans nutzen.

Tipps für deinen Aufenthalt Ende Oktober

  • Durch die Zeitumstellung auf die Winterzeit Ende Oktober bricht die Dämmerung früher herein; plane Outdoor-Aktivitäten entsprechend zeitig am Tag.

  • Da der 1. November ein Feiertag ist, können staatliche Museen veränderte Öffnungszeiten haben, Basiliken bleiben jedoch zugänglich.

  • Buche Tickets für das Kolosseum und das Forum Romanum mit großem Vorlauf, da diese während der europäischen Herbstferien stark nachgefragt sind.

  • Achte beim Besuch der Katakomben auf bedeckte Schultern und Knie, um den sakralen Charakter der Stätten zu respektieren.

  • Nutze die Straßenbahn nach Testaccio oder Trastevere, da Taxis in Party-Nächten oft schwer zu bekommen sind.

Möglichkeiten, die Stadt zu erkunden

Es gibt verschiedene Optionen, um die Ruinen und Viertel Roms zu entdecken.

Gedruckter historischer Reiseführer

Praktisch, um die komplexe Chronologie auf dem Palatin oder dem Forum Romanum zu verstehen, ohne auf den Smartphone-Akku angewiesen zu sein.

Geführte Ghost-Walk-Tour

Ein inszenierter Gruppenrundgang, meist auf Englisch, der Schauergeschichten und die Urteile der Inquisition in den Vordergrund stellt.

GPS-Audioguide-App

Ideal, um fundierte historische Fakten zu den Brunnen auf dem Quirinal oder Cäsars Ermordung im eigenen Tempo zu hören.

— Questions fréquentes

Häufige Fragen zu Rom an Halloween

Nein, es ist kein traditionelles Fest. Gefeiert werden Allerheiligen (Ognissanti) am 1. November und Allerseelen am 2. November. Halloween beschränkt sich auf kommerzielle Partys junger Leute.

Die meisten staatlichen Museen und archäologischen Stätten wie das Kolosseum haben regulär geöffnet; die Vatikanischen Museen bleiben an diesem Feiertag in der Regel geschlossen.

Die Katakomben an der Via Appia schließen am späten Nachmittag. Es gibt keine speziellen nächtlichen Öffnungen anlässlich von Halloween.

Die Kapuzinerkrypta an der Via Vittorio Veneto ist der bekannteste Ort. Ihre Wände sind mit den Gebeinen Tausender Mönche gestaltet.

Nur, wenn du eine private Party oder einen Club besuchst. Auf den Straßen und in traditionellen Lokalen verkleiden sich die Römer nicht.

Tagsüber ist es mit etwa 20 Grad mild. Für die Abende empfiehlt sich jedoch eine leichte Jacke oder ein Pullover, besonders in der Nähe des Tibers.

— Pour aller plus loin

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